Andreas Oldörp

"Grundton"

Schöpfwerk, Steertlochsiel, Speicherkoog Süd      Karte anzeigen

Foto: Sönke Dwenger

Ein Abflussgraben, der Wasser aus der eingedeichten Marsch zu einer Öffnung im Deich transportiert. Ein Gebäude im Deich, das Zu- und Abfluss des Wassers regelt, die Entwässerung der eingedeichten Niederungsgebiete - Steertlochsiel, errichtet mit der Eindeichung der Meldorfer Bucht, ein Siel eben, wie es sich hier an der Nordsee häufig findet. Man sieht es, und man geht vorbei, oder man fährt vorbei mit dem Fahrrad, die Gedanken bleiben nicht hängen. Normalerweise. Bei diesem Siel ist das anders. Es passiert etwas, was man nicht erwartet. Etwas hat unsere Aufmerksamkeit erregt, zunächst wissen wir aber nicht, was. Es ist nicht greifbar, aber es lässt uns näher treten - wir wollen das näher erfahren! Da: Wir - hören etwas! Etwas, das hier nicht hingehört. So ein Siel rauscht und plätschert normalerweise. Dieser auch, aber da ist noch etwas Anderes...

Wir gehen näher - handelt es sich um einen Laut oder um verschiedene Laute, Töne? Wir horchen. Wir schreiten auf und ab vor dem Siel. Vor einem Siel! Jetzt hat uns Andreas Oldörp gefangen genommen - er hat in uns über neue Klänge einen neuen Blick auf vermeintlich Vertrautes provoziert. Er hat uns eingebunden in eine Art offenes Forschungsvorhaben: Klangwelten aus Natur und Technik, aus Wind und Wasser - kombiniert mit einem großen Orgelakkord, vielleicht wie der Ausklang eines Chorals. Faszinierend! Der Klang wird von originalen Orgelpfeifen erzeugt, die im Fundament des Steertlochsiels Ort und Schutz gefunden haben. Der Wind weht die Töne mal den Wandernden entgegen, mal treibt er sie auf Meer. Der Klangkünstler Andreas Oldörp hat Klänge in das Gebäude gesetzt - und provoziert einen neuen Blick auf vermeintlich Vertrautes. Nichts ist, wie es eigentlich scheint, auch der erste Eindruck von Stille ist trügerisch, selbst hier draußen, in der einsamen Marsch.

Wir danken der Sparkassen Stiftung Schleswig-Holstein für die großzügige Unterstützung.

Foto: Sönke Dwenger


"Fundamental Tone"

Pumping station, the Steert sluice, Speicherkoog south      show Map

Foto: Thomas Gerhards

A drainage channel, which transports water from the protected marshland behind the dykes to an opening in the dyke. A building in the dyke which regulates the flow of the water back and forth, the drainage of the protected low-lying areas. This is the "Steertlochsiel", the Steert sluice, which was constructed simultaneously to the Meldorf Bay dyke. It is a sluice as is frequently found at the North Sea. You see it, you walk past, or ride past on a bike without any particular thoughts. Normally. This sluice is different. Something unexpected occurs. Something has captured our attention, although we are initially not aware of what. It is not tangible but makes us take a closer look to satisfy our curiosity. Then we hear something which does not belong here. A sluice normally gurgles and splashes. This one, too, however there is more...


We move closer and ask ourselves whether it is one tone or various tones. We listen and pace up and down in front of the sluice, an unusual activity in front of a sluice! Now Andreas Oldörp has captured our attention, he has provoked a fresh view of something supposedly familiar. We are involved in a kind of open research project consisting of worlds of sounds from nature and technology, from wind and water, combined with an impressive organ chord, perhaps as the finale to a chorale. Fascinating! The tone is created by original organ pipes, which have found a position and shelter in the foundation. The wind either blows the sounds towards the wanderers or drives them out to sea. The tone artist Andreas Oldörp has placed sounds in the building and has stimulated a new view of something we believed to know. Nothing is as it seems to be. The initial impression of tranquillity is deceptive even here far out in the isolation of the marshland.