58. Landesschau Bildender Künstlerinnen
und Künstler Schleswig-Holsteins
06.11. - 8.01.2012
Plakatmotiv zur 58. Landesschau 2011 in der Stadtgalerie im Elbeforum: Bernd Koether, Shoppingmall, 2011,
Öl auf Leinwand, 90 x 110 cm
Endlich ist es wieder so weit: Nach 1994/95 ist die Landesschau Bildender Künstlerinnen und Künstler Schleswig-Holsteins wieder in Brunsbüttel zu Gast! Jedes Jahr ruft der Bundesverband Bildender Künstler Landesverband Schleswig-Holstein (BBK-SH) die Künstler des Landes auf, sich mit ihren neuesten Arbeiten für die Ausstellung zu bewerben. Eine von der Künstlerschaft gewählte Jury wählt die Kunstwerke aus, die der Öffentlichkeit nicht nur in der Stadtgalerie im Elbeforum Brunsbüttel, sondern auch im Heimatmuseum präsentiert werden. Seien Sie dabei! Sie, liebe Besucher, sind aufgefordert, eines der Gemälde, eine der Grafiken, Objekte, Skulpturen oder Fotografien mit einem Publikumspreis zu prämieren. Des Weiteren ernennt die Jury aus dem Kreis der ausstellenden Künstler den/die neue/n Landesschaupreisträger/in. Der Landesschaupreis beinhaltet neben einem Preisgeld eine Einzelausstellung im Brunswiker Pavillon des BBK-SH in Kiel.

Clemens Austen, Um die Wahrheit zu sagen: Sie hat nie neben mir gesessen!, 2011,
Mischtechnik auf Hartfaserplatte, 21 x 29,7 cm
Die 58. Landesschau des BBK hat ihren Preisträger!
Am Montagabend wurde Clemens Austen als Landesschaupreisträger in Kiel verkündet. Der 43jährige wird im kommenden Jahr mit einer Einzelausstellung im Brunswiker Pavillon in Kiel geehrt. Es wird die erste Einzelausstellung dieses vielseitigen Künstlers werden, der nicht nur seit 1989 als examinierter Krankenpfleger ein weites Spektrum an Arbeitsgebieten (z.B. in der Psychiatrie) kennengelernt hat, an verschiedensten Orten in Deutschland und auch in Beijing/China gelebt hat, sondern vor allem im Jahr 2003 ein Studium der freien Künste an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel mit einem Diplom bei Hannes Brunner in der Klasse für Bildhauerei und Projektkunst erfolgreich abgeschlossen hat.
Es folgten Ausstellungsbeteiligungen wie 2003 in der renommierten Ausstellung zum Brockmann-Preis in der Stadtgalerie Kiel, seit 2004 beinahe jährlich bei den Landesschauen des BBK-SH, bei Ausstellungen in Bremen und im bekannt gewordenen Gängeviertel in Hamburg und zuletzt in diesem Herbst im Kunstraum Fachhochschule Kiel, dem Bunker D.
Während sich Clemens Austen zuvor stark auf Projektkunst und Kunst im öffentlichen Raum konzentriert hat, wendete er sich ab 2007 einer stark narrativen Malerei zu. Es entsteht seitdem eine Reihe von inzwischen ca. 300 kleinformatigen Bildern, die - so der Künstler – eine einzige verschlungene Erzählung bilden.
Eines dieser merkwürdig schönen Bilder zeigt Austen in der diesjährigen Landesschau. Es trägt den geheimnisvollen Titel: Um die Wahrheit zu sagen: Sie hat nie neben mir gesessen! Die Protagonisten dieses Bildes: die in nächtlich-fahles Licht getauchte Landschaft, der kugelförmige, altmodische Wohnwagen und die animalische Figur, die sogleich im Wohnwagen zu verschwinden scheint und sich bei näherer Betrachtung als getrocknete Mumie einer realen Kröte erweist, bieten keine logische Lösung, sondern verrätseln die Bildaussage eher noch stärker.
Clemens Austen sagt selbst zu seinen Werken: „Die vielen kleinen Bilder entsprechen meinem Erleben von einer großen zusammenhängenden Zusammenhangslosigkeit. Wie in meiner psychiatrischen Arbeit sehe ich immer nur Ausschnitte von Phänomenen, kurze Episoden im Leben eines Menschen.“ Diesen einzelnen Phänomen widmet Austen dann eine Aufmerksamkeit, als gäbe es einen Zusammenhang und Sinn. So könne er in den Bildern Sinn entstehen lassen und zugleich die Weite der Zusammenhangslosigkeit genießen.
In der Ausstellung im Brunswiker Pavillon in Kiel im nächsten Jahr wird man sicher mehr von den einzelnen Phänomen auf den Bildern dieser Serie sehen, die ihre Atmosphäre der Rätselhaftigkeit auch durch ihre ungewöhnliche Maltechnik entwickeln. Darüber hinaus darf man auch einige wunderschöne Papierschnitte erwarten, die Clemens Austen seit einiger Zeit arbeitet. Hier in Brunsbüttel finden Sie das Bild des Landesschaupreisträgers im Jakobus-Pastorat.
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Kristin Grothe
Zeichnungen, Radierungen
21.8. - 16.10.2011
o.T.
2002
Radierung auf Büttenpapier, 78 x 106 cm
Die Ausstellung „Kristin Grothe. Zeichnungen, Radierungen“ widmet sich zwei unterschiedlichen Werkkomplexen der heute in Neumünster lebenden Künstlerin.
Zum einen sind ihre neuesten Arbeiten zu sehen, Auseinandersetzungen mit Körpersilhouetten in Form von Zeichnungen – schemenhafte Körper, Schatten gleich, in ihren Verzerrungen rätselhaft. Angelegt sind die Arbeiten als flächige Zeichnung auf schwerem Papier in tiefster Schwärze.
Zum anderen finden sich im Ausstellungsraum Auseinandersetzungen mit industrieller Landschaft in Form von Radierungen. Mehrfach druckt die Grafikerin die Landschaft der Radierplatte leicht versetzt übereinander. Schließlich bearbeitet Grothe den bedruckten Papierträger, greift in die gedruckte Linienstruktur ein, verletzt mechanisch die glatte Oberfläche des Papiers. In dieser Mischung aus Kontrolle und Spontaneität gewinnt die Grafik eine völlig neue ästhetische Ebene. Durch das Spiel aus Emphase und Reflexion hat Kristin Grothe eine neue eigene Handschrift innerhalb der Radierung entwickelt. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.
Kristin Grothe (Jg. 1972) studierte von 1991-1998 an den Kunsthochschulen in Kassel, Bath (England) und Braunschweig. 1998 wurde sie von Prof. Karl-Christoph Schulz zur Meisterschülerin ernannt. 1999-2002 arbeitete sie in der Werkstatt von Giorgio Upiglio in Mailand.
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Jeannette Fabis, Ralf Jurszo, Andreas Oldörp
Roehren und Lamellen
29.5.-3.7.2011
Jeannette Fabis, Roehren und Lamellen, Installation
Erleben Sie, wie sich mit der Gruppenausstellung „Roehren und Lamellen“ der Raum der Stadtgalerie verändert! Die drei Hamburger Künstler Ralf Jurszo, Jeannette Fabis und Andreas Oldörp setzen sich mit ihren Kunstwerken unmittelbar mit dem Ausstellungsraum auseinander. Es wird ein Bogen gespannt von klassisch zweidimensionaler Malerei über skulpturale Installation bis ins Immaterielle. Alle Arbeiten sind auf der Vorgabe entwickelt und zusammengestellt, gemeinsam interaktiv den musealen Raum zu verändern.
Ralf Jurszo, gemeine Schneebeere: Beeren schwach giftig, Schleimhautreizungen, Übelkeit, Erbrechen, 24 x 18 cm, Interferenzfarben auf Leinwand

Ralf Jurszo stellt für diese Ausstellung eine Auswahl seiner „Schattenwege“ zur Verfügung und erarbeitet einen inhaltlichen Brückenschlag zu den installativen Objekten von Jeannette Fabis. Fabis entwickelt eine zweiteilige Arbeit auf der Basis ihrer Wandarbeiten und stellt diesem Ensemble zwei Tischarbeiten zur Seite, die mit ihren integrierten Lampen auf die Fluchttüren im Ausstellungsraum Bezug nehmen.
Andreas Oldörp, Klanginstallation
Das Vegetationsthema wird von Andreas Oldörps akustischen Installationen aufgegriffen. Formal stellen diese Arbeiten eine visuelle Brücke her und erzeugen temporär eine akustische Transformation des Raumes. Sie eröffnen einen zusätzlichen Einstieg in seine - erst auf den zweiten Blick - erkennbare Dimension.
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GUP-py: Out of the Sky – Back into the Sky
6. April 2011, 15 - 18 Uhr (Die Künstlerin ist anwesend)
Out of the Sky – Back into the Sky ist eine Videoarbeit der Künstlergruppe GUP-py. So nennt sich ein von der japanischen Künstlerin Yoko Hata gegründetes Kollektiv, das sich in die Abteilungen Fine Art, Film, Design, Press gliedert.
Im Zentrum des Werks von GUP-py steht das Spiel mit Realität und Fiktion. Dieses Spannungsfeld entspinnt sich in der Kombination von Zeichnung, Animation, Filmsequenz, Fotografie, Schrift und Ton und gewinnt an Reiz durch diese verschiedenen ästhetischen Ebenen.
„Out of the Sky – Back into the Sky” baut auf die Arbeit „travel dog“ auf. Hier wird die Geschichte von diesem unsichtbaren Etwas erzählt, das in jedem von uns wohnt: Der Reisehund, der zum Leben erweckt wird, wenn man im Alltag sein Ziel verliert – dann weckt er die Reiselust...
Orientiert an der Tradition des japanischen Comicstrip gliedert sich die Geschichte in Anfang/Einführung, Fortsetzung, Überraschung/Höhepunkt und schließlich Schluss/Erklärung.(Mehr siehe: www.gup-py.com)
Der Filmnachmittag "GUP-py: Out of the Sky - Back into the Sky" läuft im Programm dv 5. Triennale der Photographie in Hamburg (1. - 6. April 2011).
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„American Photographs - ... New York, New York!“
20.3.-15.5.2011
Berenice Abbott “Pike and Henry Street”, New York 1936 from “Changing New York”
© Berenice Abbott/Commerce Graphics
Seit Erfindung der Fotografie - vor rund 180 Jahren - hat sich nicht nur in der Technik viel verändert, die Fotografie hat sich zu einer eigenständigen Kunstgattung mit unterschiedlichen Genres entwickelt. In den vergangenen Jahren hat die Stadtgalerie im Elbeforum im Ausstellungsprogramm der aktuellen Fotoszene immer wieder Raum eingeräumt. Nun ist es an der Zeit, dass wir auch einmal in die Vergangenheit dieser Kunstgattung blicken. Leihgaben aus einer norddeutschen Privatsammlung ermöglichen uns dies nun mit der aktuellen Ausstellung „American Photographs“.
Viele Impulse innerhalb der Geschichte der Photographie gingen von Deutschland aus, wurden aber in Amerika verfeinert und zur Perfektion gebracht.
Mit der aktuellen Ausstellung werden neben so weltberühmten Fotokünstlern wie Berenice Abbott, Margaret Bourke-White und Julius Shulman auch Arbeiten von Todd Webb, Arthur Siegel, Drahomir Ruzicka, Ruth Bernhard und Walker Evans zu sehen sein. Doch es gilt auch weniger bekannte Fotografen für sich zu entdecken wie Robert „Bob“ Leavitt, Irving Underhill, Mildred Hatry und Samuel Gottscho. Innerhalb der Ausstellung wird ein Schwerpunkt auf Fotografien der Weltmetropole New York liegen. Die Ausstellung kuratiert Erle Bessert M.A.
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Margareta Hesse
Lichtphase
23.1.- 6.3.2011
Transluzide 42/00, 2000, Mischtechnik auf 2 Polyesterplatten, 100 x 150 cm
„Transluzide“ nennt Margareta Hesse die Werkgruppe ihrer durchlichteten Bilder: ein Spiel aus Form, Farbe und Struktur.
Geometrische Formen hängen locker, luftig schwingend leicht erhaben in Schichtungen vor der Wand.
Die Werke bestechen durch ihre leicht honigfarbene und verschwommene Transparenz. Sie kommen auf den ersten schnellen Blick wie ein Naturprodukt daher. Aber weit gefehlt: Tritt man näher, fasziniert die feine opake Oberflächenstruktur, kleine kreisförmige Spuren in dünnen Polyesterplatten verweigern den Durchblick, trüben die Sicht ein. Doch der Verlust an Transparenz, die Opazität (Trübung) schenkt einen Gewinn an Farbigkeit und letztendlich an Struktur in der Oberfläche.
Margareta Hesse lehrt Grundlagen der künstlerischen Gestaltung und Illustration an der Fachhochschule Dortmund.
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Szilard Huszank
bewusst - unbewusst
imaginäre Landschaften, Malerei
14.11.10 - 9.1.11
Szilard Huszank, Landschaftscollage Nr. 3, Öl auf Leinwand,150 x 200 cm
Der ungarische Künstler Szilard Huszank (Jg. 1980) ist bislang vor allem mit gegenständlicher Malerei in Erscheinung getreten, seien es Akte, Interieurs oder ausgeklügelt arrangierte Stillleben.
Ralf Jurszo, gemeine Schneebeere: Beeren schwach giftig, Schleimhautreizungen, Übelkeit, Erbrechen, 24 x 18 cm, Interferenzfarben auf Leinwand
Der jeweiligen Gattung widmet er sich in großen Serien. Hier untersucht und hinterfragt er, lässt sich durch Vorbilder der Kunstgeschichte inspirieren und findet schließlich verschiedenste neue malerische Aspekte.Seit 2008 beschäftigt sich Huszank mit der Gattung Landschaft. Neu in seinen malerischen Formulierungen ist die Hinwendung zum Abstrakten. In Serien unterschiedlichen Formats lotet er sensibel die malerischen Grenzen zwischen klar gegenständlich komponierter Landschaft im Spannungsbogen zu immer freier werdender Farbflächenmalerei aus.Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Alfred Toepfer Stiftung FVS in Hamburg.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Kerber-Verlag.
Szilard Huszank, Imaginäre Landschafte Nr.8, Öl auf Leinwand, 40 x 50 cm


Szilard Huszank, Imaginäre Landschafte Nr. 9,10, Öl auf Leinwand, je 40 x 50 cm

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